Taxable yearly time frame in Germany / Steuerliche 1-Jahresfrist für Gewinne in Deutschland

Hallo zusammen, ich bin in Deutschland steuerpflichtig. Als allgemein bekannt kann vorausgesetzt werden, dass Veräußerungsgewinne innerhalb eines Jahres der Einkommensteuerpflicht aus privaten Veräußerungsgeschäften unterliegen, wenn sie 600 Euro übersteigen.

Mir ist unklar, ob das Jahr unterjährig endet oder mit dem Steuerjahr = Kalenderjahr zusammenfällt.

Beispiel: Ich habe am 1. März 2021 begonnen, in Crypto zu investieren. Mein Ziel ist es, innerhalb der Jahresfrist unter 600 Euro zu bleiben, um nicht steuerlich erklären zu müssen.
Im Verlauf der ersten Monate sind durch Swaps und Trades sowie Währungsgewinne einige Tausend Euro Gewinn entstanden. Muss ich entsprechende Gegen-Verluste bis Ende 2021 realisieren, weil die Jahresfrist mit dem Steuerjahr (verkürzt) zusammenfällt, oder genügt es, den Gewinn bis 28.02.2022 unter 600 Euro zu drücken, weil die 1-Jahres-Frist echte 365 Tage umfasst?

Die geplanten Regelungen des BMF zu Staking, Mining etc., die das Steuerthema unglaublich verkomplizieren würden, lasse ich mal außer Acht. Ich hoffe immer noch, dass ein FDP-Bundesfinanzminister diesen praxisfernen Unsinn eindampft.

Hallo Bernd, ein Steuerjahr bezieht sich immer auf das Jahr vom 01.01 - 31.12 egal zu welchem Zeitpunkt du angefangen hast zu investieren oder deine ersten Gewinne erzielt hast. Willst du also deine steuerpflichtigen Gewinne im Jahr 2021 reduzieren, musst du bis 31.12 steuerpflichtige Verluste realisieren, indem du die Kryptowährungen mit einer Haltefrist < 1 Jahr mit Verlust veräußerst. Am Ende des Jahres werden Gewinne und Verluste verrechnet und der Steuerreport 2021 gibt dir die Gesamtsumme aus.

Danke Erik!
Zwei Folgefragen werden aufgeworfen:

  1. Wenn also das Steuerjahr = Kalenderjahr für die Jahresfrist maßgeblich ist, könnte das bedeuten, dass Anschaffungen von Krypto innerhalb eines Jahres mit dessen Ablauf als steuerlich irrelevant gelten, weil die 1-jährige Haltedauer als erfüllt gilt. Ich vermute jedoch, dass die Haltedauer spitz gilt. Um bei meinem Beispiel oben zu bleiben: Coin xyz, erworben am 1.3.21, wird mit Ablauf des 28.2.22 steuerfrei und nicht mit Ablauf des 31.12.21. (Erneut: einmal abgesehen von Staking, Lending usw., die eine Jahresfrist verlängern können).
    Wie ist es tatsächlich?
  2. Deiner Stellungnahme entnehme ich, dass realisierte Verluste nur dann steuerlich gegengerechnet werden können, wenn die verkaufte Kryptowährung noch kein volles Jahr gehalten wurde. Ist eigentlich logisch. Der Steuergott könnte ausnahmsweise großzügig sein und Verluste aus älteren (steuerfreien) Anlagen gegenrechnen lassen. Das aber ist wohl ein feuchter Traum.
    Zustimmung?

Anbei die Antworten auf die Folgefragen:

  1. Das Steuerjahr bezieht sich auf die Freigrenze von 600 Euro. Bleibst du innerhalb eines Kalenderjahres unter 600 Euro an steuerpflichtigen Gewinnen, musst du keine Steuern zahlen. Die Haltefrist bezieht sich hingegen auf ein ganzes Jahr, genau wie in deinem Bespiel beschrieben.

  2. Richtig, nur realisierte Verluste innerhalb der Haltefrist können als steuerlicher Verlust in der Steuererklärung angegeben werden.

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