Freibetrag Staking

Hallo,

Habe einige Fragen bezüglich der Haltefrist fürs Staking. Da gibt es ja die Haltefrsit von einem Jahr und von 10 Jahren. Und dann auch noch dieser Freibetrag von 259€ jährlich.
Ich frage weil ich bei eToro 5000 Cardano gekauft habe und nicht gemerkt habe, dass dort Staking automatisch aktiviert wird. Was mache ich jetzt mit dem Gewinn?

Ändert sich durch das Staking die Haltefrist von den 5.000 Ada?

Hallo @Thilo ,
das ist eine sehr interessante Frage. Ich habe diese intern weitergegeben.
Mein Kenntnissstand ist im Moment so, dass sich die Haltefrist der zum Staken eingesetzten Coins nicht ändert.
Es wird aber noch einmal jemand auf deine Frage zurückkommen, der/die dir hier mehr Sicherheit geben kann.
Viele Grüße

Guten Morgen. Ja das Thema ist sehr spannend, auf die Antwort bin ich auch gespannt.
Wäre ja gleich zu betrachten als wenn man mit dem Daedalus Wallet Staking ausführt oder? Ob sich da die Haltefrist der eingesetzten Coins auch verändert oder nicht?!

Hallo Jonas,

gibt es schon eine Antwort auf diese Frage mit dem Staking über das Daedalus Wallet? Ich habe jetzt schon das öfter gelesen das wohl die Coins keine Haltefristverlängerung auf 10 Jahre bekommen. Es sieht wohl jedes Finanzamt anders leider?!?! Habt ihr hier evtl. mehr Infos?

Hallo @mikeb_de , vielleicht kann @WINHELLER da etwas dazu sagen?
VG

Liebe Community, gern versuchen wir, weiterzuhelfen! Ob sich die Haltefrist verlängert ist eine der umstrittensten Fragen in der Krypto-Community. Wir sind der Ansicht, dass sie sich nicht verlängert, weil § 23 Satz 1 Abs. 1 Nr. 2 Satz 4 EStG eine Missbrauchsverhütungsvorschrift ist. Darüber hinaus passt die Norm auch nicht auf das Staking. Um als Einkunftsquelle genutzt zu werden, müssten die in Rede stehenden Wirtschaftsgüter eine eigenständige Erwerbsgrundlage bilden. Abgesehen von der Frage, ob Kryptowährungen überhaupt den Charakter eines Wirtschaftsgutes aufweisen, ist an dieser Stelle also maßgeblich, ob mit der Kryptowährung Einkünfte erzielt werden. Beim Staking müssen die Nutzer einen bestimmten Teil ihrer Kryptowährung der Verfügungsmacht entziehen und dem Netzwerk als Sicherheit bereitstellen. Die Sicherheit des Netzwerkes wird dadurch gewährleistet, dass regelwidriges Verhalten den dem Verlust der Sicherheitsleistung (Kryptowährung) zur Folge hat. Es werden also keine Einkünfte aus dem Wirtschaftsgut selbst, sondern für das Blockieren der Verfügungsmacht, also als Ertrag aus der Forderung, erzielt. Daher bleibt es nach unserer Auffassung bei der Haltefrist von einem Jahr. Beste Grüße, Eure Kanzlei WINHELLER

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Vielen Dank für eine derart umfassende Antwort!

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:raised_hands: vielen Dank!

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@WINHELLER

Vielen Dank auch von mir für die Klärung. Ich muss hier an der Stelle jedoch nochmal nachhaken, da der Begriff “Staking”, gerade im englischen Bereich, recht inflationär Verwendung findet.
So wie Sie geschrieben haben gilt, dass man eine bestimmte Summe Token der eigenen Verfügungsmacht entzieht, also als Sicherheitsleistung hinterlegt, und nicht mehr direkt und jederzeit darauf zugreifen kann.
Jetzt gibt es da noch die DEFI-Plattformen und Andere, wo die Einzahlung der Token nicht begrenzt sind, weder nach oben noch nach unten. Und auch jederzeit ohne Gefahr eines Verlustes, dass nehme ich mal an, wieder entfernen kann. In der Regel wird man aufgefordert mindestens einen Tag zu halten, sonst erhält man keine Erträge.
Und mit den so hinterlegten Token kann man entweder den gleichen Token als Zins erhalten, oder aber je nach Projekt einen anderen Token.
Wie darf man das werten?

Gern beantworten wir Ihre Frage! Bitte entschuldigen Sie die Verzögerung! Es stimmt, im Kryptobereich muss man höllisch aufpassen, was hinter den Begriffen steckt. Bezüglich der Frage, ob es zu einer Verlängerung der Haltefrist kommt, ist aber nicht die Bezeichnung entscheidend, sondern ob es eine sog. wirtschaftliche Zwischennutzung ist. Erst dann verlängert sich nach dem Wortlaut die Haltefrist. Wir sind weiterhin der Meinung, dass diese Vorschrift einschränkend auszulegen ist und nur Steuersparmodelle erfasst. Das Finanzamt könnte aber gerade bei diversen DeFi-Plattformen eine andere Ansicht vertreten, wenn aus der Weggabe der Kryptowährung ein Einkommen generiert wird. Das liegt z.B. bei Liquidity Mining nahe. Je nachdem um wie viel Geld es geht, ist es aus unserer Sicht daher sinnvoll, genau steuerlich zu prüfen, was sich hinter dem Begriff „Staking“ versteckt, und dem Finanzamt in einem Begleitschreiben (via Accointing.com https://bit.ly/3g4XcAr) darzulegen, wieso sich die Haltefrist nicht verlängern sollte. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten. Beste Grüße, RA Philipp Hornung

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